1.
Chess960 Open
20 Minuten/Partie
+ 5 Sekunden/Zug
Donnerstag
Runde 1: Keine Überraschungen brachte die Auftaktrunde.
Die Favoriten setzten sich durch. Nur Edvins Griezne (2173) konnte dem
GM Andrei Kharlov ein Remis abtrotzen.
Runde 2: Mit GM Peter Svidler verliert ein Titelanwärter
gegen IM Sergey Galduns. Der Lette Meijers siegt gegen Victor Bologan.
KARL-Chefredakteur Schaak bezwingt die Legende Vlastimil Hort.
Runde 3: Bei starken Feld kommt es zu den ersten unendschiedenen
Kämpfen zwischen Giganten. Siegreich setzten sich u.a. Epischin
gegen Gallagher, Dautov gegen Naumann durch. Lobron muß sich Milov
beugen. Rabiega verliert gegen Kazhgaleyev.
Runde 4: Milov und Kazhgaleyev übernehmen die Führung
mit weißer Weste (4/4). Sie siegen gegen Iordachescu und Komarov.
Klaus Bischoff, Rustem Dautov und Daniel Fridman bleiben im elfköpfigen
Verfolgerfeld.
Runde 5: Durch das Remis am Spitzenbrett bekommen die Sieger
im Verfolgerfeld die Chance zu Spitze aufzuschließen. Mit Dautov
und Bischoff nutzen das zwei Deutsche, aber auch der junge Inder Sasikiran
gewinnt.
Runde 6: Spannender konnte es kaum kommen. An der Spitze gibt
es zwei Remis bei den Führenden von gestern. Doch im Verfolgerfeld
kommt es zu erbitterten Schlachten. Epischin kämpft Bischoff nieder.
Motylev, Lobron, Ivanov melden sich mit Siegen an der Spitze zurück.
Im Duell der Legenden siegt Hort über Portisch.

Hort (rechts) siegt gegen Portisch und spielt sich zurück an die
Tabellenspitze.
Runde 7:
Im Vorfeld gab es Schwierigkeiten bei der Auslosung. Das letzte Ergebnis,
ein Remis zwischen Henrik Teske und Viktor Bologan, wurde zugunsten
des Deutschen eingetragen. Deshalb wurde er "hochgelost" und sollte
gegen Konstantin Asejew spielen. "Der ist zu stark", erklärte Teske
und forderte eine neue, korrekte Auslosung. Dem gab die Turnierleitung
natürlich statt. Pech allerdings für den Großmeister des TV Tegernsee
- er kam gegen die Nummer eins der Setzliste, Peter Swidler. Der Weltranglisten-14.
nutzte einen Patzer, um in nicht einmal 25 Zügen zu gewinnen. Das Ergebnis
der Runde waren neun Remis in 66 Partien. Die Tendenz der Vorrunden
zu niedrigen Remisquoten setzt sich fort.
Runde 8: Es
ist ein wahres Schlachtfeld, dieses Open. Zwei starke Milovs spielen
hier in der Rheingoldhalle. Vadim Milov gewinnt gegen Motylev, Leonid
Milov schlägt Epischin. Eric Lobron ist die deutsche Speerspitze
auf den drei Topplätzen.
Runde 9: Vadim Milov übernimmt die Führung. Eric Lobron
und Leonid Milov spielten eine phantastische Partie, die plötzlich
in ein Unendschieden mündet. Swidler heftet den nächsten Skalp
an seinen Gürtel und meldet mit 7/9 seinen Anspruch an die Turnierkrone
nach einem schwachen ersten Tag erneut an.
Runde 10: Die beiden Führenden Eric Lobron und Vladim Milov
werden vom Verfolgerfeld gestellt. Sie verlieren gegen Bologan und Swidler,
die damit zu Milov aufschließen.
Runde 11: Milov muß sich Daniel Fridman beugen und verläßt
damit das Feld seinen beiden Mitanwärter. Swidler gewinnt das Turnier
mit einem Sieg gegen Bologan. "Ich gewann heute, weil Prof. Freise
mir gestern die zwei Tiger geschenkt hat. Das gab mir Kraft und Zuversicht."

Bologan - Swidler
Chesstigers: Glückwunsch, Peter. Gestern ein
unglücklicher Start, heute 6/6 ...
P.S.: Gegen Bologan hatte ich Glück, er stand gut, aber
fand nicht die richtige Fortsetzung. Das letzte Mal, daß ich 6/6
gescored habe war hier 2000 im ORDIX-Open. Ich gewann heute, weil Prof.
Freise mir gestern die zwei Tiger geschenkt hat. Das gab mir Kraft und
Zuversicht.
Chesstigers: Noch ein paar Bemerkungen zum Chess960?
P.S.: Weiss hat oft einen Anzugsvorteil. Aber es macht viel Spass.
Es war ein gutes Training für das ORDIX Open morgen. Vermutlich
war dieses Turnier sogar noch schwerer als das Open morgen. Die Leistungsdichte
war ungeheuer groß.
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Ausschreibung
|Teilnehmerliste
Runde 1 | Runde
2 | Runde 3 | Runde
4 | Runde 5 | Runde
6 | Runde 7 | Runde
8 | Runde 9 | Runde
10 | Runde 11
Download
Tabelle
Liste der Kombinationssieger
DWZ-Auswertung
(Zahlen nur informativ, Turnier wird nicht gewertet.)

 

 
Impressionen vom Chess960 Open
Weitere
Bilder
"Swidler braucht das Geld nötiger",
meinen seine unterlegenen Gegner und gönnen dem frisch bebackenen
Vater von Zwilligen das Haushaltsgeld. Hartmut
Metz über das Chess960 Open.
Hartmut
Metz fasst das Geschehen des ersten Tages vom Chess960-Opens
zusammen: Gespaltenes Echo.
"Denken heißt Überschreiten" - Bobby Fischers Schacherfindung
wird bei den Chess Classic Mainz 2002 erstmals von vielen Weltklassespielern
getestet
Harald Fietz
schreibt über Chess960.
Eric
van Reem: "Die Geburtsstunde des Fischer Random Chess"
Regeln
Stimmen
Zu kompliziert für die Schönheit
Alexandra Kostenjuk verfolgte die Szenerie des Chess960 Open ebenfalls
gespannt. Mit ihrem französischen Manager Diego F. Garces tauschte
sie auf Russisch die Möglichkeiten aus, wie man sich in der Stellung
der siebten Runde am besten entwickelt. Trotz eines gewissen Interesses
an Chess960 erklärte die Vizeweltmeisterin: "Für mich ist das noch
nichts. Das ist zu kompliziert", winkte die Grazie ab.
"Ich muss mir erst immer eine Strategie ausdenken.
Manchmal mache ich dann Züge, die ich im normalen Schach nie ausführen
würde", äußerte Krishnan Sasikiran. Der Inder (Elo 2651) gehört
zu den fünf Spielern, die nach fünf Durchgängen mit 4,5 Zählern führen.
Allen, die zu ernsthaft ins Chess960 gehen, empfahl er, es "doch einfach
locker zu sehen".
Hauptschiedsrichter Sven Noppes ist mit dem
Verlauf des Chess960-Opens zufrieden. "Ein ruhiges Turnier.
Maximal 2-3 Fälle pro Runde gilt es zu entscheiden. Und das betrift
in der Hauptsache die üblichen Fragen des Spielablaufs. Am Anfang
kam wurde auch mal vereinzelt nach der Rochaderegel gefragt."
Kiril Georgiew, ehemaliger Weltranglistenachter,
findet Chess960 "interessant, obwohl ich Probleme bei der Eröffnung
habe". Der Bulgare glaubt: "Diese Art von Schach hat Zukunft. Vielleicht
etabliert sie sich in 20 Jahren neben der bekannten Variante."
Für Dimitri Komarow, den Trainer von Weltmeister
Ruslan Ponomariow, ist Chess960 "zu anstrengend. Man muss vom ersten
Zug an kämpfen", klagte er - allerdings stand der Großmeister unter
dem Einfluss von zwei Niederlagen, nachdem er mit 3/3 gestartet war.
"It is fun", sagt Peter Svidler zum Chess960.
"Ich denke in verschiedenen Positionen hat Weiß einen kräfitgen
Anzugsvorteil. Schwarz sollte vielleicht häufiger symmetrische
Stellungen anstreben. Ich habe da vielleicht überzogen."
Der Weltklassespieler startete ungewohnt mit zwei Niederlagen in den
ersten vier Runde.
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