"Ich will erfolgreicher als Anna Kurnikowa sein"Interview mit Vizeweltmeisterin Alexandra Kostenjuk / "Duell der Grazien" in Mainz gegen Erzrivalin Elisabeth PähtzAlexandra Kostenjuk verzückt mehr Fans als die weltbesten
Schachspieler. Das liegt weniger an den starken Zügen, die der 18-jährigen
Moskowiterin im Dezember in ihrer Heimatstadt immerhin zur Vizeweltmeisterschaft
verhalfen. Die Großmeisterin, die bereits mit 14 den höchsten Frauen-Titel
errang, rückte durch freizügige Fotos auf der Webseite des Weltverbandes
FIDE als Schach-Lolita in den Mittelpunkt. Der Kosmetik-Riese L'Oreal
sicherte sich inzwischen die Dienste der "Anna Kurnikowa des Schachs".
Alexandra Kostenjuk spielt vom 15. bis 18. August bei den Chess Classic
Mainz. Nach einem Simultan an 25 Brettern trifft die Russin in der
Rheingoldhalle im "Duell der Grazien" auf ihre Erfurter Dauerrivalin
Elisabeth Pähtz (17). Gleichzeitig tragen auch FIDE-Weltmeister Ruslan
Ponomarjow (Ukraine) und sein Vorgänger Viswanathan Anand - der Inder
ist als weltbester Schnellschachspieler Titelverteidiger in Mainz
- ein Match über acht Partien aus. Mit Alexandra Kostenjuk sprach
Hartmut Metz. Frage: Welchen Hauptunterschied zwischen sich
und der ebenfalls aus Russland stammenden Tennis-Schönheit sehen Sie? Frage: Kurnikowa gilt als Zicke, die nach Niederlagen
nur freundlich ist, wenn Kameras laufen. Sie lachen häufiger. Frage: Welche Schachspieler und -spielerinnen
finden Sie besonders attraktiv? Frage: Wer kam auf die Idee, die Fotos zu schießen,
die Sie über die FIDE-Webseite berühmt machten? Frage: Die FIDE-Kollektion ist im Gegensatz zu
Ihnen nicht bekannt geworden. Sie mögen diese Fotos, die Sie bei einigen
wenigen freizügig als Schach-Lolita präsentieren, noch immer? Frage: Auf Grund dieser wurden Sie auf der Webseite
des Software-Herstellers ChessBase zum "Spieler des Jahres" gewählt.
Natürlich ist der Gewinn der Vizeweltmeisterschaft bei den Damen ein
Erfolg, hätte jedoch der weniger attraktive Weltranglistenerste Garri
Kasparow, der Zweiter wurde, diese Auszeichnung nicht mehr verdient? Frage: Wechseln wir das Thema und reden über
Schnellschach. Im spanischen Manises unterlagen Sie im Finale Schach-Legende
Anatoli Karpow zwar mit 1:3, konnten ihn jedoch auch in einer Partie
schlagen. Ihr bisher größter Erfolg? Frage: Bei den Chess Classic Mainz fordert Sie
WM-Achtelfinalistin Elisabeth Pähtz heraus. Bisher liegt die ein Jahr
jüngere Erfurterin nach zahlreichen gemeinsamen Jugend-Meisterschaften
in der direkten Bilanz mit 3,5:2,5 in Front. Schlagen Sie die Spitzenspielerin
des deutschen Meisters Dresden trotzdem? Frage: Elisabeth Pähtz meinte, die Rivalität
zwischen Ihnen beiden wäre vor allem eine Rivalität der Väter. Frage: Sie preisen Ihren Vater für all seine
Anstrengungen und Schach-Lektionen, die er Ihnen zuteil werden ließ.
Der Vater von Elisabeth, Thomas Pähtz, ist selbst Großmeister. Ein
Vorteil für die Konkurrentin? Frage: Sie schreiben gerne Gedichte. Mit welchen
Themen befassen Sie sich in diesen bevorzugt? Frage: Außer Denksport mögen Sie auch noch anderen?
Frage: Ihr Kommentar zur Fußball-WM? Frage: Elisabeth Pähtz zählt anscheinend zu denen,
die Sie für nicht hübscher als andere Großmeisterinnen halten. Sie
lästerte, jede sehe mit etwas Make-up gut aus. Frage: Das heißt, der Weltkonzern offerierte
Ihnen einen Vertrag? Für welche Produkte sollen Sie werben? Und steht
diese Werbung auch im Zusammenhang mit Schach? Frage: Schade. Elisabeth Pähtz will vor dem "Duell
der Grazien" am 16. August unbedingt zum Friseur gehen. Wie sieht
Ihre Vorbereitung aus?
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