Michael Adams
Michael Adams hat im Vorjahr bei den Chess Classic das
Masters
gewonnen und hievte sich damit auf Platz eins
der Schnellschach-Weltrangliste! So enttäuschend das Debüt des
Engländers 1999 mit sieben Niederlagen und dem letzten Platz verlaufen
war, so glanzvoll fiel sein Erfolg 2000 mit sieben Siegen aus. Dank der 10,5:3,5
Zähler distanzierte er Weltklassespieler wie Wassili Iwantschuk (9,5)
und Jewgeni Barejew (8). Der Stil des Lübecker Bundesligaspielers wirkt
unscheinbar, ist aber brandgefährlich. Dies bekam Wladimir Kramnik besonders
zu spüren, als er in Dortmund gegen Adams seine Serie von 82 Partien
ohne Niederlage einbüßte. Der 29-Jährige spielt weniger
spektakulär als manch anderer Top-Großmeister - "Tricky Mickey"
ist aber auch weit weniger Schwankungen unterworfen als die Konkurrenz. Stets
findet man ihn in der erweiterten Spitze jedes Weltklasseturniers. So
kämpfte sich der Box-Fan kontinuierlich in der Weltrangliste nach vorne
und steht mittlerweile auf Platz vier. Im Fischer Random Chess verfügt
Adams zwar über wenig Erfahrung, aber dass die Grundstellungen ausgelost
werden und somit Eröffnungsvarianten keinerlei Bedeutung zukommen, scheint
eher ein Vorteil für den einst mit 17 Jahren jüngsten britischen
Meister. Der Pragmatiker kommt mit einigen untypischen Positionen weit besser
als die Rivalen zurecht.
Peter Leko
Peter Leko ist der jüngste Großmeister im elitären Zirkel
der Spieler mit einer Elo-Weltranglistenzahl von über 2700. Dass der
21-Jährige durchaus
den Allerbesten Paroli bieten
kann, demonstrierte der Ungar im Giants 2000. Zwar teilte er mit Alexander
Morosewitsch (beide 3,5:6,5 Punkte) den letzten Platz im Sechserfeld, doch
am dritten Spieltag schlug er erst Wladimir Kramnik und dann Garri Kasparow!
Eine Viruserkrankung, die er sich bei der K.o.-WM in Neu Delhi zuzog, bremste
den weiteren Aufstieg Lekos in der Weltrangliste. Dort fiel das Ausnahmetalent
im April von Platz fünf auf sieben. Langfristig trauen die Experten
dem mit einst 14 Jahren jüngsten Großmeister aller Zeiten zu,
dass er nach der Schach-Krone greift. Leko sammelte nicht nur wertvolle
Erfahrungen als Sekundant von Viswanathan Anand. Mit dem mehrmaligen
WM-Kandidaten Artur Jussupow als Trainer soll der Durchbruch bis an die Spitze
gelingen. Das Match im Fischer Random Chess dürfte dem Magyaren helfen,
auf den 64 Feldern der Fantasie freien Lauf zu lassen. Vor allem den Makel
der zahlreichen Unentschieden, den Leko trotz seiner oft vielzügigen
Partien trägt, sollte er bei diesem Duell gegen Adams abstreifen
können. Für einen Erfolg Lekos spricht die größere Erfahrung
im Fischer Random Chess. Der Weltranglistensiebte aus Szeged hat in seinem
Heimatland nicht nur den Erfinder dieser Spielart kennen gelernt, Leko spielte
auch manche Random-Partie mit Bobby Fischer! Der geniale Weltmeister von
1972 verweigert sich normalem Turnierschach, gewährte aber dem
jüngsten Großmeister in der Weltspitze einige Lektionen.