Michael Adams

England, geb. 17. November 1971

Elo 2750, Nr. 4 der Weltrangliste

Michael Adams hat im Vorjahr bei den Chess Classic das Masters gewonnen und hievte sich damit auf Platz eins der Schnellschach-Weltrangliste! So enttäuschend das Debüt des Engländers 1999 mit sieben Niederlagen und dem letzten Platz verlaufen war, so glanzvoll fiel sein Erfolg 2000 mit sieben Siegen aus. Dank der 10,5:3,5 Zähler distanzierte er Weltklassespieler wie Wassili Iwantschuk (9,5) und Jewgeni Barejew (8). Der Stil des Lübecker Bundesligaspielers wirkt unscheinbar, ist aber brandgefährlich. Dies bekam Wladimir Kramnik besonders zu spüren, als er in Dortmund gegen Adams seine Serie von 82 Partien ohne Niederlage einbüßte. Der 29-Jährige spielt weniger spektakulär als manch anderer Top-Großmeister - "Tricky Mickey" ist aber auch weit weniger Schwankungen unterworfen als die Konkurrenz. Stets findet man ihn in der erweiterten Spitze jedes Weltklasseturniers. So kämpfte sich der Box-Fan kontinuierlich in der Weltrangliste nach vorne und steht mittlerweile auf Platz vier. Im Fischer Random Chess verfügt Adams zwar über wenig Erfahrung, aber dass die Grundstellungen ausgelost werden und somit Eröffnungsvarianten keinerlei Bedeutung zukommen, scheint eher ein Vorteil für den einst mit 17 Jahren jüngsten britischen Meister. Der Pragmatiker kommt mit einigen untypischen Positionen weit besser als die Rivalen zurecht.


Peter Leko

Ungarn, geb. 8. September 1979

Elo 2730, Nr. 7 der Weltrangliste

Peter Leko ist der jüngste Großmeister im elitären Zirkel der Spieler mit einer Elo-Weltranglistenzahl von über 2700. Dass der 21-Jährige durchaus den Allerbesten Paroli bieten kann, demonstrierte der Ungar im Giants 2000. Zwar teilte er mit Alexander Morosewitsch (beide 3,5:6,5 Punkte) den letzten Platz im Sechserfeld, doch am dritten Spieltag schlug er erst Wladimir Kramnik und dann Garri Kasparow! Eine Viruserkrankung, die er sich bei der K.o.-WM in Neu Delhi zuzog, bremste den weiteren Aufstieg Lekos in der Weltrangliste. Dort fiel das Ausnahmetalent im April von Platz fünf auf sieben. Langfristig trauen die Experten dem mit einst 14 Jahren jüngsten Großmeister aller Zeiten zu, dass er nach der Schach-Krone greift. Leko sammelte nicht nur wertvolle Erfahrungen als Sekundant von Viswanathan Anand. Mit dem mehrmaligen WM-Kandidaten Artur Jussupow als Trainer soll der Durchbruch bis an die Spitze gelingen. Das Match im Fischer Random Chess dürfte dem Magyaren helfen, auf den 64 Feldern der Fantasie freien Lauf zu lassen. Vor allem den Makel der zahlreichen Unentschieden, den Leko trotz seiner oft vielzügigen Partien trägt, sollte er bei diesem Duell gegen Adams abstreifen können. Für einen Erfolg Lekos spricht die größere Erfahrung im Fischer Random Chess. Der Weltranglistensiebte aus Szeged hat in seinem Heimatland nicht nur den Erfinder dieser Spielart kennen gelernt, Leko spielte auch manche Random-Partie mit Bobby Fischer! Der geniale Weltmeister von 1972 verweigert sich normalem Turnierschach, gewährte aber dem jüngsten Großmeister in der Weltspitze einige Lektionen.