Gerling Match
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Partien
im pgn-Format (Lesbar mit Arena.
Nicht lesbar mit Chessbase.)
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Tag 4: Aronjan begriff zu langsam beim 3,5-4,5Swidler bleibt Chess960-WeltmeisterBei der Gerling Chess960-Weltmeisterschaft, bei der
die Grundstellung der Schachfiguren vor der Partie ausgelost wird, hat
Peter Swidler seinen Titel gegen Aronjan brachte seine Niederlage kurz und bündig auf den Punkt: „Peter sah alles viel schneller als ich – deshalb kam ich ständig in Zeitnot.“ Swidler pflichtete bei: „Levon spielte besser, ich aber schneller.“ Nur in zwei der acht Begegnungen sei er gut gestanden. „Und diese beiden in der ersten und achten Runde habe ich auch gewonnen. Das gab den Ausschlag für den Gesamtsieg“, urteilte der 28-Jährige. Wieder war Aronjans Uhr bis auf zehn Sekunden im 34. Zug heruntergetickt. Auch wenn immer wieder zehn Sekunden für einen Zug dazukamen (zu den anfänglichen 25 Minuten), reichte das nicht, um irgendwann länger in die Stellung zu schauen. Swidler pflückte (dank seiner fünf, sechs Minuten auf der Uhr) immer mehr Bauern, weshalb der künftige Kreuzberger Bundesligaspieler entnervt die Waffen streckte. Das siebte Duell hatte zuvor das erste friedliche Ende gebracht! Eine positive Tendenz, für die Chess960 sorgt. „Ich stand auch da miserabel. In einem Moment hatte keiner meiner 14 Steine die Möglichkeit, mehr als ein, zwei Felder zu kontrollieren! Erstaunlicherweise entkam ich noch in ein ausgeglichenes Turmendspiel“, wunderte sich der Chess960-Weltmeister und schloss, „ich hatte Glück in diesem Wettkampf.“
Tag 3: Spannung bis zum letzten ZugGerling Chess960-WM: 3:3 zwischen Swidler und AronjanDie Gerling Chess960-WM bleibt bis zum letzten Zug spannend. Zwischen Weltmeister Peter Swidler und Levon Aronjan steht es nach sechs der acht Partien 3:3. Erneut ging der Herausforderer in Führung, wiederum glich Weltmeister Swidler in der zweiten Begegnung aus. So könnte es bei der Chess960-WM zu einem Tiebreak kommen. Ein erstes Fazit zog bereits Organisator Hans-Walter Schmitt: "Viele Spieler sind von Chess960 begeistert", berichtete der Bad Sodener von der Resonanz der Großmeister. Zudem kündigte Schmitt an, dass "innerhalb der nächsten acht Monate eine Chess960-Datenbank" zur Verfügung stehe, die in den Niederlanden und Deutschland entwickelt werde. "Bloß nicht, das ist ja gerade der Vorteil von Chess960, dass es keine Datenbanken gibt!", scherzte Viswanathan Anand bei der Ankündigung. Schmitt will jedoch keine Eröffnungsdatenbank erstellen lassen, was angesichts der 960 verschiedenen Startpositionen (Nr. 518 ist die bekannte aus dem normalen Schach) illusorisch wäre. Ihm geht es nur darum, dass das Programm die Rochade im Chess960 akzeptiert. Dies verweigert die Chessbase-Datenbank, weshalb man derzeit pro Rochade ein weiteres Partiefragment (also bis zu drei je Duell) eingeben muss. Ihrer fünften Partie bescheinigten Aronjan und Swidler unisono "höhere Qualität" als der sechsten Schlacht. "Mit Schwarz konnte ich leicht ausgleichen. Ich machte einige ungenaue Züge und geriet dann in Schwierigkeiten. Nach dem Turmtausch von Peter wendete sich aber das Blatt. In Zeitnot unterliefen mir zwar weitere Fehler, aber dank des Patzers von Peter konnte ich doch noch gewinnen", resümierte Aronjan. Swidler war sich nicht sicher, ob sein Springer auf h5 gut oder schlecht ist. Letztlich habe sich jedoch herauskristallisiert, dass der Schimmel dort "wie ein Idiot" dasteht. Dafür lief in der sechsten Begegnung alles nach Wunsch für den Russen. Nach einigen Abtauschaktionen erwies sich Swidlers Läuferpaar als beherrschende Kraft. Von g7 und g8 aus strahlte es bis nach a2 und a1 ins gegnerische Lager. Aronjans Springer behinderten sich dagegen auf e4 und f2 gegenseitig. Einmal hätte Swidler auf komplizierte Weise die Figur auf f2 gewinnen können. "Doch was sollte ich mit dem Springer? Der stand ja so schlecht", begründete der Weltranglistenneunte, warum er lieber seinen a-Bauern gen Umwandlungsfeld trieb. In erneut hochgradiger Zeitnot fand der armenische Herausforderer keine Verteidigungsmöglichkeit mehr und musste den Ausgleich zulassen.
Tag 2: 2:2 zwischen Swidler und AronjanUnd ewig plagt die Rochade
Er trug den Ausgleich zum 2:2 mit Humor: „Ich wollte wie gegen den Computer betrügen“, scherzte der Armenier mit Blick auf seine Partie gegen „The Baron“ am Mittwoch (Endstand 1:1). Swidler war nach der Niederlage zum 1:2, als ihn Aronjan seiner Ansicht „völlig überspielte“, übermotiviert. Er spielte „Königsgambit“, das Schwarz annahm. Nach 1.e4 e5 2.f4 exf4 erlaubte die ausgeloste Grundstellung jedoch gleich den Rückgewinn des Bauern mittels 3.Dxf4. Steht Weiß im Königsgambit meist sehr gut, wenn er den Bauern zurückgewinnt, war das im Chess960 nicht der Fall. „Ich wurde wieder überspielt. Aronjan hatte den dominierenden Springer auf e6. Meine einzige Chance bestand darin, dem eingeklemmten König auf b8 ans Leder zu gehen. Allerdings klappte auch das nicht“, berichtete Swidler. Zur Halbzeit plädierte Aronjan dafür, nur viermal die Stellungen auszulosen und dann jedem Akteur einmal Weiß und einmal Schwarz in derselben Startposition zu überlassen. Ein sehr guter Vorschlag, der das „Stellungs(auslosungs)glück“ ausklammert.
Tag 1: Ausgewogene KampfpartienZwei Weisssiege zum Auftakt
Die Rollen waren im zweiten Vergleich genau umgekehrt verteilt. Diesmal bestimmte Aronjan (Bild rechts, Foto Thilo Gubler) die Partie. "Ich wurde überspielt", gestand Swidler. Er beklagte sich über eine falsche Schiedsrichter-Auskunft des Vorjahres. Die habe dazu geführt, dass er die Rochade so wie damals ausführen wollte. Sie war aber nicht erlaubt, weil der König dann über ein bedrohtes Feld rochiert hätte - aber nur der Turm darf das. Daher 1:1 nach zwei Partien.
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Peter
SwidlerChess960 Weltmeister 2003 GM, Russland, IPS 2755 |
Levon
AronjanGewinner des Qualifikations-Open 2003 GM, Deutschland, IPS 2690 |
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| 8 Partien Schnellschach: Donnerstag, 5.8. Runde 1+2 |
Eric van Reem: "Die Geburtsstunde des Chess960 (Fischer Random Chess)" |
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