Das Duell der WeltmeisterViswanathan Anand vs Alexei Schirow
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Partien im pgn-Format | Partien im cbv-Format | Fotoreihe von Thilo Gubler
Tag 4: Spektakulärer AbschlussAnand verteidigt mit 5:3 Titel gegen SchirowViswanathan Anand hat gestern zum fünften Mal
in Folge die Chess Classic gewonnen. In der letzten Begegnung ging der Wahl-Spanier aber nochmals aufs Ganze. Unbedingt wollte er seinen Mannschaftskameraden beim SC Baden-Oos bezwingen. Dabei machte der 32-Jährige erstmals richtig seinem Kampfnamen „Hexer von Riga“ alle Ehre. „Da Alexander Morosewitsch im Publikum saß, wollte ich ihn nicht langweilen und spielte wie er“, scherzte Schirow mit Blick auf die wild verwickelte Partie. „Ich besaß Initiative, aber ich sah leider keinen Gewinn.“ Mit erneut lediglich ein paar Sekunden auf der Uhr musste sich Schirow mit einem Dauerschach bescheiden, nachdem er zuvor den schwarzen König vom Damen- zum Königsflügel gejagt hatte. Schirow hatte zuvor bei der Siegerehrung auf der Bühne zu Organisator Hans-Walter Schmitt geraunt: „Vishy ist einfach der Beste!“ Der derartig Gepriesene gab sich gewohnt bescheiden,
nachdem er zum siebten Mal das schwarze Jackett des Siegers Tag 3: Inder führt gegen Schirow mit 4:2Anands Titelverteidigung nur noch FormsacheViswanathan Anand hat seinen Vorsprung bei den Chess
Classic Mainz auf 4:2 ausgebaut. Die dritte Partie remisierte zwar Alexej
Schirow, in der vierten zog er jedoch zum zweiten Mal den Kürzeren.
Wie gewohnt mochte es Anand nicht, von einer vorzeitigen Titelverteidigung
zu sprechen. Vorsichtig erklärte der 34-Jährige: „Warten
wir es bis morgen ab.“ Alexej Schirow war der Pressekonferenz ferngeblieben. Ihm schlug die Niederlage zu sehr auf den Magen. „Ich habe die Züge verwechselt“, lamentierte der Spanier, ehe er entschwand. Anand präzisierte: „Alexej unterlief ein Fingerfehler. Gegen Iwantschuk hat er 14…Se6 anstatt Lf8 gezogen. Nach dem Läuferzug war es nach meinem Lg5 sofort aus. Mein Computer zeigte bei der Vorbereitung in dieser Stellung nur erbauliche Varianten.“ Drohungen wie Sh6+ und auch Lxf6 hätten in allen Fällen den schwarzen König bloßgelegt. Schirow opferte deswegen die Qualität und hoffte, den weißen Läufer auf a8 einkerkern zu können – doch Anand widerlegte das mit leichter Hand. Den angebotenen Damentausch auf d4 durfte Schwarz nicht akzeptieren, danach bedurfte es lediglich noch des Turmzugs nach e1. Nach einem Bauernverlust gab der Herausforderer auf. In der dritten Partie gewann Schirow einen Bauern. Obwohl im Endspiel zudem ein weißer Bauer auf e6 auftauchte, hatte Anand keine Sorgen, die Partie zu verlieren. Peter Swidler, der offenbar während seiner Chess960-Partien genügend Zeit hat, das zweite Duell auf der Bühne zu verfolgen, meinte gar, dass Schwarz besser stünde. „Mit dem Turm auf der zweiten Reihe, dem aktiven Springer und dem Läufer auf b4, der das Feld e7 kontrolliert, hatte ich mindestens ausreichende Kompensation“, bestätigte der „Tiger von Madras“. Da Schirow wieder nur noch wenige Sekunden auf der Uhr besaß, begnügte er sich daher gerne mit einer Zugwiederholung nach Kf8 mit Sh7+ und nach Kg8 zurück mit dem Springer auf g5. Es müsste mit dem Teufel zugehen, damit der „Hexer von Riga“ das Match am letzten Tag noch drehen kann.
Tag 2: Anand führt zur Halbzeit mit 2,5:1,5 gegen Schirow"Schlechte Vorbereitung“„Schon wieder ein Fall von schlechter Vorbereitung“,
lamentierte Alexej Schirow nach dem zweiten Tag bei den Chess Classic
Mainz. Der Spanier verteidigte aber zweimal zäh ein Remis und bleibt
mit dem Rückstand von 1,5:2,5 zur Halbzeit im Rennen um den Gesamtsieg.
In beiden Partien musste Kontrahent Viswanathan Anand zunächst
kein Hirnschmalz aufwenden. Er spulte lediglich seine Vorbereitung herunter.
Mit Weiß brachte der Titelverteidiger im 14. Zug eine Neuerung.
„An dieser Stelle wurde schon Df3 von mir selbst und Sf5 von Peter
Swidler gezogen“, erläuterte Schirow. Nach dem eher schwachen
23…c5 und der starken Entgegnung 24.c4 von Anand wähnte sich
der „Hexer von Riga“ in einer ungemütlichen Lage, zumal
der „Tiger von Madras“ zehn gegenüber nur drei Minuten
auf der Uhr besaß. Anschließend verteidigte sich der Herausforderer
gut und rettete den halben Punkt. Fast ähnlich verlief das vierte Duell. „Die Variante spielte Anfang des Jahres Zoltan Gymesi als Erster. In Biel hielt Ruslan Ponomarjow damit Remis gegen Alexander Morosewitsch“, erläuterte Anand. Apropos Ponomarjow: Als dieser verspätet die Spielhalle betrat, um das Match zu verfolgen, musste er lauthals lachen, als er die Stellung auf dem großen Monitor sah. Bis zum 23. Zug kamen Anands Antworten in dem wilden Spanier wie aus der Pistole geschossen. 24.Tad1 von Schirow stellt vermutlich eine Neuerung dar – und zwar eine von zweifelhafter Natur, glaubt man beiden Großmeistern. „Wenn ich gleich Lf8 spiele im 28. Zug, wäre Weiß wohl in Schwierigkeiten geraten“, analysierte Anand in der Pressekonferenz.
Tag 1: Titelverteidiger geht in FührungShirov ohne Fortune
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8 Partien Schnellschach: Donnerstag, 5.8. Runde 1+2 Rundenbeginn: 18.30h und 20.00h |
Viswanathan Anand Alexei Schirow
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